Bürger und Gemeinden bald optimal für ein Blackout gerüstet

Jede Gemeinde im Bezirk soll ihr maßgeschneidertes Maßnahmenpaket bekommen; alle Bürgerinnen und Bürger im Bezirk sollen lernen können, wie sie sich für ein Blackout wappnen können. Das ist das Ziel, das sich die Bezirkshauptmannschaft und der Niederösterreichische Zivilschutzverband gesetzt haben. Tulln wird so der erste Bezirk des Landes sein, in dem es flächendeckend für alle Gemeinden die entsprechenden Info-Veranstaltungen gibt, wie Bezirkshauptmann Andreas Riemer und LAbg. GR Bernhard Heinreichsberger, Vizepräsident des NÖZSV, ankündigen.


Für die Menschen im Bezirk werden Informationsvorträge angeboten. In 4 Gemeinden – nämlich Atzenbrugg, Würmla, Reidling und Zwentendorf – haben sie schon stattgefunden, in den anderen 18 Gemeinden wird es sie in den nächsten Wochen geben. Das Interesse ist an dieser Bürgerinfo enorm. Das Beinahe-Blackout des letzten Jahres und die Diskussionen über Energieversorgung seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher für dieses Thema sensibilisiert. Bei den Infoabenden wird eines von den Expertinnen und Experten der Bezirkshauptmannschaft und des NÖZSV klar kommuniziert: Wer vorbereitet ist, braucht keine Angst vor einem Blackout zu haben. Wer vorgesorgt hat – mit Vorräten, Kochmöglichkeiten, Radio – und sich familienintern organisiert hat, wird ein Blackout weniger zu spüren bekommen.


Für die Gemeindeverwaltungen wird es maßgeschneiderte Empfehlungen geben. Die Herausforderungen durch ein Blackout sind nicht für jede Kommune gleich. Gibt es zum Beispiel große Wohnbauten oder Industrieanlagen, ist die Situation anders als in einem Ort mit hauptsächlich Einfamilienhäusern oder Landwirtschaft. Damit jede Gemeinde das optimale Vorsorgepaket schnüren kann, gibt es Mitte Juni gezielte Beratungstage für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Bezirks und ihre Mitarbeiterinnen und Mitbürger. In einem eigens entwickelten Stationenbetrieb werden in der Zentrale des NÖZSV mit jeder Gemeindeverwaltung genau die Schwerpunkte herausgearbeitet, die für eine optimale Blackout-Vorbereitung notwendig sind.

Im Bild: VBgm. Horst Scheed, Bgm. Georg Hagl, LAbg. Bernhard Heinreichsberger, BH Andreas Riemer, NÖZSV-Bezirksleiter Manfred Henninger


„Wir möchten, dass jede Gemeinde ihren Maßanzug geschneidert bekommt“, sagen unisono Bgm. Georg Hagl für den NÖ Gemeindebund, und VBgm. Horst Scheed für den NÖ Gemeindevertreterverband. „Wenn es wirklich zu einem Blackout kommt, wollen die Bürgerinnen und Bürger schnell informiert werden, muss die Gemeindeverwaltung weiter funktionieren. Je besser alle vorbereitet sind, desto leichter lässt sich die Herausforderung eines Blackouts meistern, desto weniger Auswirkungen wird es geben- für den Einzelnen und für die Gemeinschaft.“


Bezirkshauptmann Andreas Riemer betont: „Nur wenn im Ernstfall alle an einem Strang ziehen, lässt sich ein Blackout möglichst schadlos bewältigen – ohne zusätzliche Spannungen, ohne unnötigen Schaden, ohne gravierende Langzeitwirkungen. Darum sind wir froh, dass es gelungen ist, im Bezirk Tulln alle 22 Gemeinden ins Boot zu holen und so auch allen Bürgerinnen und Bürger Infoveranstaltungen anbieten zu können. Gemeinsam können wir einem Blackout deutlich ruhiger entgegensehen und dann auch effizienter begegnen. Es wird uns alle betreffen, das ist klar. Aber wie stark es uns betreffen wird, können wir gemeinsam beeinflussen.“


LAbg. Bernhard Heinreichsberger, Vizepräsident des NÖZSV und Gemeinderat in Michelhausen ergänzt: „Unsere klare Linie als Zivilschutzverband ist, den Menschen die Angst vor Bedrohungen wie einem Blackout möglichst zu nehmen. Wenn die Bürgerinnen und Bürger wissen, wie sie sich vorbereiten können, und wenn sie wissen, dass ihre Gemeindeverwaltung bestens vorbereitet ist, dann können sie im Ernstfall ruhiger bleiben. Darum ist dieser doppelte Ansatz – Infoveranstaltungen für alle Gemeinden und konkrete Maßnahmen für jede Gemeinde – unerlässlich. Ich freue mich, dass unser Bezirk der erste ist, der dieses Gesamtpaket flächendeckend anbietet. Danke an sämtliche Verantwortlichen im Bezirk, dass alle dabei sind.“