Donau im Fadengeflecht

Die japanische Künstlerin Chiharu Shiota verwebt Alltagsobjekte mit farbigen Fäden zu spektakulären Installationen, die sie weltweit in renommierten Museen realisiert.

Für die Landesgalerie Niederösterreich konzipierte die Künstlerin eine raumgreifende Installation, die sowohl auf die Architektur als auch auf den Standort des Museums Bezug nimmt. Die künstlerische Direktorin Gerda Ridler eröffnet mit Shiotas Arbeit in der Landesgalerie Niederösterreich ein Fenster für internationale Kunstschaffende. In ihrer Programmatik ist diese Position eine zentrale Säule neben der Ausrichtung des Hauses als Bühne für die Kunstschätze des Landes und heimische Künstler. Ich freue mich, dass mit Chiharu Shiota ein wahrhaftiger Shootingstar unserer Einladung gefolgt ist, ein Projekt in der Landesgalerie Niederösterreich zu realisieren, hält Ridler fest. 2015 bespielte Shiota mit der aufsehenerregenden Installation „The Key in The Hand“ den japanischen Pavillon bei der Biennale in Venedig und feierte damit ihren internationalen Durchbruch.

Donau im Fadengeflecht

DONAU IN DEN INNENRAUM VERLAGERT
Im lichtdurchfluteten Ausstellungsraum im Erdgeschoss spannt Shiota ein dichtes Geflecht aus 700 Kilometern an roten Wollfäden. Diese verbindet sie mit Zillen, ein kulturhistorisch bedeutendes Fortbewegungsmittel in der Wachau. Die Boote sind für die Künstlerin ein Sinnbild für das Reisen. Die Donau fließt durch mehrere Länder Europas, sie überwindet Grenzen und wirkt völkerverbindend. Diesen Aspekt verstärkt die Künstlerin durch verschiedene historische Landkarten des Donauraums, die in das Fadengeflecht eingewoben werden. „Die Donau ist ein starkes Symbol dafür, wie wir Menschen miteinander verbunden sind – bei allen kulturellen Unterschieden. Der Titel ‚Across the River‘ spiegelt diese Zusammengehörigkeit wider“, betont Shiota. Kuratiert wurde die Ausstellung von Günther Oberhollenzer: Als Besucher bewegen wir uns durch ein wolkenartiges Fadengeflecht hindurch und werden Teil des Kunstwerks. Es entsteht ein Gedankendom aus Geschichte und Gegenwart, der die Donauregion auf ganz neue Weise spürbar macht, so der Kurator zum Ausstellungserlebnis.

Das Projekt wurde unterstützt durch den Verein Zille Wachau und die Freiwillige Feuerwehr Krems, die für die Dauer der Ausstellung fünf Boote zur Verfügung stellen.