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Sturm selber machen: Der österreichische Weg zum jungen Wein

Der Herbst ist die Zeit der Weinernte und damit auch die Hochsaison für Federweißer, oder wie er bei uns oft genannt wird: „Sturm“.

Der Herbst ist die Zeit der Weinernte und damit auch die Hochsaison für Federweißer, oder wie er bei uns oft genannt wird: „Sturm“. Diese köstliche, spritzige und süße Spezialität können Sie ganz leicht zu Hause selber machen. Und das Beste daran? Für die Herstellung dieses jungen Weins benötigen Sie nur wenige Zutaten und ein bisschen Geduld.

Was ist Federweißer oder Sturm?

Beide Bezeichnungen stehen für einen noch nicht vollständig vergorenen Wein. In Österreich erfreut sich vor allem der „Sturm“ großer Beliebtheit, der genau wie der Federweißer, kurz nachdem die Gärung eingesetzt hat, abgefüllt und genossen wird.

Welche Trauben eignen sich?

In Österreich ist die Auswahl an Weintrauben groß. Obwohl man Federweißer üblicherweise aus hellen Weintrauben herstellt, die schon im Frühherbst reif sind – wie beispielsweise die Rebsorte Grüner Veltliner –, können Sie grundsätzlich jede Rebsorte verwenden, solange die Trauben reif sind. Wer es ein wenig experimentierfreudig mag, kann es auch mit roten Trauben versuchen; das Resultat ist dann der sogenannte „Federroter“.

Bio ist besser

Wichtig ist, ungespritzte Früchte zu verwenden, um Pestizidreste in Ihrem Wein zu vermeiden. Am besten greifen Sie zu Bio-Trauben aus der Region.

Die richtigen Utensilien

Für die Herstellung benötigen Sie einige spezielle Utensilien, darunter:

  • Ein Gärgefäß (z.B. ein Gärballon)
  • Ein Gärventil
  • Ein großes Behältnis für den frischen Traubensaft
  • Ein Baumwolltuch
  • Ausgekochte Glasflaschen

Wichtiger Hinweis: Metallgefäße sollten Sie vermeiden, da sie den Geschmack des Weins beeinträchtigen können.

Reinzuchthefe ist unerlässlich

Ein unverzichtbarer Bestandteil ist die Reinzuchthefe, die Sie bei Winzern oder in Apotheken erhalten können. Sie ist nicht mit herkömmlicher Backhefe gleichzusetzen und auch nicht durch diese zu ersetzen.

Anleitung

  1. Trauben pressen: Die gewaschenen Trauben pressen Sie am besten mit einer Saftpresse aus.
  2. Gärung einleiten: Den gewonnenen Saft geben Sie in das Gärgefäß und fügen die Reinzuchthefe hinzu.
  3. Abdecken und warten: Verschließen Sie das Gärgefäß mit dem Gärventil und lassen Sie die Mischung einige Tage bei Zimmertemperatur gären.
  4. Abfüllen: Sobald der Wein die gewünschte Süße und Spritzigkeit erreicht hat, füllen Sie ihn in ausgekochte Glasflaschen ab.

Es erfordert ein wenig Geduld, aber das Ergebnis ist ein einzigartiges Geschmackserlebnis, das den österreichischen Herbst in jeder Flasche einfängt. So wird die Weinzeit zur schönsten Zeit des Jahres.

Zubereitung

1. Wasche die Weintrauben und sortiere die schlechten Früchte aus.

2. Jetzt geht es ans Keltern: Presse den Saft zum Beispiel mit einer Saftpresse aus den frischen Trauben. Achte darauf, dass die Kerne dabei nicht zerstört werden, da diese Bitterstoffe enthalten.

3. Filtere die zerdrückten Früchte (auch Maische genannt) durch ein sauberes (ggf. abgekochtes) Baumwolltuch.

4. Gib den Traubenmost in ein Gärgefäß (ggf. Gärballon) mit Gärventil. Dieses Ventil ist unerlässlich, um das Gas, das beim Gärprozess entsteht, in passenden Mengen entweichen zu lassen. Achte darauf, das Gefäß nicht zu voll zu machen, da der Traubenmost bei der Gärung Blasen bildet und blubbern könnte.

5. Füge nach Packungsanweisung die Reinzuchthefe hinzu. Eigentlich enthalten Trauben selbst schon genug Hefe. Um sicherzustellen, dass die Gärung wie gewünscht verläuft, solltest du die zusätzliche Hefe trotzdem hinzugeben.

6. Stelle das Gärgefäß an einen warmen Ort und lasse es dort ein paar Tage ruhen. Die Gärung setzt bei einer Temperatur zwischen 22 bis 25 Grad Celsius ein. Nach ein bis zwei Tagen kannst du den Federweißer schon genießen. Je nach Geschmack kannst du die Gärung auch ein paar Tage verlängern. Dadurch wandelt sich mehr Zucker in Alkohol um und der Federweiße wird herber.

7. Wenn der junge Wein den gewünschten Geschmack angenommen hat, füllst du ihn in sterile Flaschen um und lagerst ihn im Kühlschrank.

Hinweis: Die Fermentation des Federweißers ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Durch die Lagerung im Kühlschrank wird der Gärprozess lediglich verlangsamt. Vermeiden Sie daher, die Flaschen hermetisch zu verschließen, da sonst ein Risiko des Berstens besteht. Die Haltbarkeit von Federweißer ist im Vergleich zu vollständig fermentiertem Wein geringer; er sollte daher innerhalb einer kurzen Zeitspanne konsumiert werden.

Der süße Federweißer harmoniert ausgezeichnet mit herzhaften Speisen wie Zwiebelkuchen, Quiche oder Pizza. Im Unterschied zu ausgereiftem Wein zeichnet er sich durch seine süße, bekömmliche und prickelnde Geschmacksnote aus.

Redaktion Stadtradio Krems

Redaktion Stadtradio Krems

Tobias Winkelhofer

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